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Über das Projekt
Projektleitung:
Susanne Vieli, Gianna Brühwiler, Hanna Züllig und Patric Rousselot
Institution:
Kantonsschule Freudenberg, Liceo Artistico und Schule für Gestaltung Zürich
Kontakt:
susanne.vieli@kfr.ch

Code als künstlerisches Medium

Creative Coding ist eine gestalterische Praxis, bei der mit Code kreativ gearbeitet wird – ähnlich wie mit Farbe oder Ton. Wir verstehen sie als künstlerische Lernform, die hilft, digitale Zusammenhänge spielerisch zu begreifen und mitzugestalten. Im Projekt entwickeln wir Materialien für den Unterricht in Bildnerischem Gestalten auf Sekundarstufe II und gestalterischer Berufsschule – dort, wo solche Ansätze bisher noch fehlen.

Beschreibung

Wir leben in einer Zeit, in der das Digitale kein eigenes Feld mehr ist – es durchdringt unseren Alltag, unsere Körper, unsere Kommunikation und unsere Kultur. Egal, ob wir lesen, lernen, gestalten oder einkaufen: Computercode strukturiert unser Wissen und unsere Interaktionen.

Die Bildungssysteme reagieren darauf: In der Schweiz sind informatische Kompetenzen heute in allen Schulstufen verankert. Doch auch ausserhalb der Informatik – etwa in Kunst, Musik oder Gestaltung – wächst das Interesse, sich mit „Coding Literacy“ zu befassen: mit der Frage, wie man digitale Technologien nicht nur nutzt, sondern versteht, reflektiert und kreativ anwendet.

Am Gymnasium Rämibühl haben Adriana Mikolaskova und Theresa Luternauer 2022 ein durch den DLH gefördertes Unterrichtsmodul " Generative Gestaltung/Creative Coding" entwickelt. Darauf bauen wir auf und entwickeln neue Unterrichtssettings, die Themen wie Interaktion, Körper, Daten und künstliche Intelligenz aufgreifen. Ziel ist es, die Beziehung zwischen Mensch, Maschine und Gestaltung erfahrbar zu machen.

Die Unterrichtssettings werden an mehreren Schulen (Kantonsschule Freudenberg, Liceo Artistico, Schule für Gestaltung Zürich,SFGZ) erprobt. Langfristig sollen daraus offene Lehrmaterialien entstehen, die kreative und reflektierte Zugänge zu Code im Unterricht fördern.

Didaktisch-methodisches Konzept

Das Projekt verbindet Learning by Doing mit künstlerischem Experimentieren. Lernen geschieht durch Ausprobieren, Beobachten und Verändern – mit Kopf, Hand und Körper.

Creative Coding wird nicht nur am Bildschirm vermittelt, sondern als Gestaltungspraxis erfahrbar: Lernende übernehmen Rollen wie „Algorithmus“ oder „Sensor“ und erkunden, wie Code, Daten, Gestaltung und Interaktion ineinandergreifen. 

Beispiele aus dem Unterricht:
– Bewegungsdaten oder Körperhaltungen werden als visuelle Muster umgesetzt.
– Eine KI schreibt Code zu einem Kunstwerk – die Lernenden greifen ein und verändern ihn.
– Typografische Animationen reagieren auf Bewegung, Ton oder Kamera statt auf Klicks.
 

Wirkung

Das Projekt öffnet einen künstlerischen Zugang zu Coding und verbindet Gestaltung mit Technologie. Es richtet sich an Lehrpersonen der Sekundarstufe II – besonders aus Bildnerischem Gestalten, Design und Informatik – sowie an Art-Education-Studierende und Vermittler: innen, welche neue Wege im Umgang mit Digitalität suchen.

Unsere Unterrichtsmaterialien schließen eine Lücke zwischen Informatik und Kunstpädagogik. Sie zeigen, wie Code nicht nur als Werkzeug, sondern als Medium für Kreativität, Reflexion und Ausdruck genutzt werden kann. So entsteht ein Beitrag zu einer zeitgemäßen Bildung, in der technisches Wissen und gestalterisches Denken zusammenfinden.

SAMR-Modell
Im SAMR-Modell kann dieses Projekt in den Bereichen "Modification" und "Redefinition" angesiedelt werden, weil die Technik hier eine beachtliche Um- und Neugestaltung von Aufgaben ermöglicht.