Über das Projekt
BIM2Learn – Lehren und Lernen an virtuellen Bauobjekten
Die Baugewerbliche Berufsschule möchte ihren Unterricht durch die Integration von Building Information Modeling (BIM) sowie 3D-Technologien wie Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR) modernisieren, um den zukünftigen Anforderungen der verschiedenen Bauberufe gerecht zu werden.
Beschreibung
Das Projekt zielt darauf ab, den Lernenden durch VR-/AR-Technologien praxisnahe Situationen von Arbeitsprozessen zu ermöglichen und ihnen realitätsnahe Erfahrungen zu bieten, die im klassischen Unterricht nur schwer zu vermitteln sind. Gleichzeitig sollen diese Technologien dazu beitragen, Softskills gezielt zu fördern.
Um eine gezielte und praxisnahe Implementierung zu ermöglichen, verfolgt das Projekt einen dreistufigen Ansatz:
• Erhebung der in den Betrieben genutzten BIM-, AR- und VR-Lösungen.
• Befragung von Fachlehrpersonen, um herauszufinden, welche dieser Tools bereits im Unterricht eingesetzt wurden und welche Erfahrungen damit gemacht wurden.
• Reduktion auf eine Auswahl weniger, weit verbreiteter Tools, mit denen dann Unterrichtssequenzen entwickelt und umgesetzt werden.
Diese Fokussierung auf einige wenige Tools reduziert die Komplexität erheblich und erleichtert es den Fachlehrpersonen, sich in die Thematik einzuarbeiten. Zudem können Synergien zwischen den verschiedenen Teams genutzt und der Erfahrungsaustausch unter den Lehrpersonen gefördert werden. Auch für die Lernenden bringt diese Standardisierung Vorteile: Alle Fächer und Lehrpersonen nutzen die gleichen AR-/VR-Tools, was den Einarbeitungsaufwand minimiert. Mit einem kleinen, gezielten Set an Apps ist die Einführung in die Thematik mit vertretbarem Initialaufwand möglich.
Der innovative Kern dieses Projekts liegt in der Nutzung von VR und AR im BIM-Kontext, um Lernenden realitätsnahe Simulationen von Arbeitsprozessen und Baustellen zu ermöglichen. Die Kombination von theoretischem Fachunterricht mit interaktiven, immersiven Erlebnissen stellt eine neuartige Lehrmethode dar, die über das traditionelle Lernen hinausgeht. Lernende können in einem Handlungskontext praxisbezogene Erfahrungen sammeln, die in der realen Welt nur schwer nachzubilden wären.
Didaktisch-methodisches Konzept
In der Berufspraxis der Lernenden kommt Building Information Modeling (BIM) an verschiedenen Stellen zum Einsatz. In einer ersten Phase werden diese Praxissituationen erfasst und anschliessend im Kontext des Bildungsplans und der Lehrpläne der verschiedenen Berufe verortet. Auf dieser Grundlage entwickelt das Projektteam Unterrichtsszenarien, die VR- und AR-Technologien gezielt zur Vermittlung von Fachkompetenzen nutzen. Darüber hinaus ermöglichen die dabei erworbenen digitalen Kompetenzen den Einsatz der VR-Technologie im ABU-Unterricht, insbesondere im Rahmen des Projekts „Rollenspiele mit KI-Avataren“.
Die Baugewerbliche Berufsschule plant, VR-/AR-Technologien gezielt in den Unterricht zu integrieren, um sowohl fachliche als auch überfachliche Kompetenzen praxisnah zu vermitteln. Die Lernenden sollen in virtuellen Umgebungen Bauprozesse und Planungsabläufe simulieren, um ihre digitalen Fähigkeiten und Softskills weiterzuentwickeln. Lehrpersonen übernehmen die Rolle von Coaches und setzen die Technologie so ein, dass die pädagogischen Ziele im Vordergrund stehen. Der Lernfortschritt wird durch eine strukturierte Evaluation begleitet.
Wirkung
Das Projekt richtet sich in erster Linie an Lernende in Bau- und Konstruktionsberufen, ist aber langfristig auch auf andere Fachbereiche sowie die höhere Fachschule erweiterbar. Eine selbsterklärende Dokumentation sowie regelmässige Software-Updates gewährleisten eine nachhaltige und einfache Nutzung für weitere Lehrpersonen. Die Integration der VR-/AR-Ausrüstung in die schuleigene IT-Infrastruktur stellt sicher, dass alle Geräte stets auf dem neuesten Stand bleiben und die didaktische Weiterentwicklung kontinuierlich unterstützt wird.
SAMR-Modell
Das Projekt kann im SAMR-Modell in den Bereich "Redefinition" eingeteilt werden, da die digitalen Werkzeuge neuartige Aufgabenformate ermöglichen, welche analog so nicht möglich sind.