Über das Projekt
BIM2FIELD für Handwerker
Mit einem dreidimensionalen CAD-Modell auf der Baustelle zusammenarbeiten, statt mit Papierplänen - darum geht’s in diesem Innovationsfondsprojekt.
Beschreibung
In der Bauwelt hält die Methode des ‘Building Information Modelling (BIM)’ Einzug. Dabei werden die Geometrien wie auch Informationen zu Baumaterialien nicht mehr mit Papierplänen, sondern mit einem dreidimensionalen CAD-Modell übermittelt. So können Betonrezepturen für den Maurer, Beschlägetypen und Sicherheitsklassen bei den Fenstern für den Schreiner bzw. die Schreinerin oder Blechabwicklungen für den Spengler bzw. die Spenglerin im CAD-Modell angegeben werden. Dies ermöglicht dem Unternehmer bzw. der Unternehmerin Abmessungen eines Gebäudes digital an ein Vermessungsinstrument zu übermitteln und Materialdaten gefiltert auf dem Tablet anzeigen zu lassen, oder diese in der Produktion direkt auf eine Fräs- oder Abbundmaschine zu übertragen. Immer mehr Grossbaustellen werden nach der BIM-Methodik ausgeführt, der Handwerker bzw. die Handwerkerin EFZ liest aber mehrheitlich ausgedruckte Pläne.
Heutige Lernende sind digital affin, sie finden sich in der digitalen Welt zurecht und nützen verschiedene Plattformen für Kommunikation und Informationsverarbeitung. Im Lehrberuf werden diese Möglichkeiten aber nur bedingt genutzt (z.B. Planbearbeitung und Informationsumsetzung).
BIM ist in aller Munde. Alle sprechen davon, aber nur jene, die die Methodik schon anwenden «mussten», wollen weiterhin damit arbeiten, wobei diese Methodik vor allem Vorarbeitern vorbehalten bleibt. So bildet sich eine Zweiklassen(berufs)gesellschaft. Lernenden, welche in einem abgeneigten Betrieb arbeiten, schränkt sich der Marktwert bei einem Stellenwechsel ein. Die Lernenden sollen ihr digitales Potenzial weiterentwickeln und ihre erworbenen Handlungskompetenzen im Berufsleben einbringen können, um auch als treibende Kraft die digitale Transformation auf den Baustellen voranzutreiben.
Didaktisch-methodisches Konzept
BIM ermöglicht die Einbindung einer Informationstechnologie in den Bauprozess, welche ganzheitlich und transparent ist. Didaktisch ermöglicht dies, die Lernenden aufbauend auf digitalen Grundkompetenzen stringent in die digitale Arbeitsweise einzuführen, digitale Handlungskompetenzen aufzubauen, um bei der Umsetzung im Betrieb diese mitzugestalten. Begleitend werden die Lernenden in einem Klassennotizbuch ein ‘Baujournal’ (Lernjournal) führen.
Der Lernprozess wird anhand des AVIVA-Modells rhythmisiert. Die Lernenden werden von der bestehenden Erfahrungswelt auf den Baustellen schrittweise an die Arbeitsweise mit BIM herangeführt. Zum Abschluss erarbeiten die Lernenden ein einfaches Konzept zur Umsetzung auf ihrer Baustelle.
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A |
Möglichkeiten mit BIM aufzeigen - Mit einem Podcast die Lernenden auf das Ziel fokussieren |
Podcast |
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V |
Absteckungsaufgabe konventionell (Arbeitsgattungsbezogen) - Mit einem Praxisbeispiel den Bezug zur eigenen Erfahrungswelt herstellen |
Praxisbeispiel |
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I |
Arbeitsweise mit BIM vermitteln - Mit dem SAMR-Modell den Lernenden die Entwicklung aufzeigen - An Posten Berufsspezifische Arbeitsweisen vermitteln |
Posten |
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V |
Arbeitsweise mit BIM umsetzen - An Posten Berufsspezifische Arbeitsweisen verarbeiten |
Posten |
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A |
Wie kann BIM im Betrieb der Lernenden umgesetzt werden - Anhand der eigenen Baustelle/Betrieb den Lernprozess überprüfen |
Umsetzungsbeispiel |
Wirkung
Unsere Vision ist, die Berufsbilder von handwerklichen Berufen der digitalen Zukunft anpassen, um so die handwerklichen Berufe wieder attraktiv zu machen und in der Folge als innovative Berufsfachschule zu gelten, die ihr Handeln am Puls der Zeit ausrichtet.
SAMR-Modell
Im SAMR-Modell kann das Projekt in den Bereich "Redefinition" eingeteilt werden, weil durch die technischen Möglichkeiten Masse direkt an die Nutzerinnen und Nutzer übermittelt werden, welcher die Absteckung digitalisiert vornehmen - das war vorher so nicht möglich.