Projektleitung: Katja Vogel (Latein)
Institution: Realgymnasium Rämibühl, Zürich
Kontakt: katja.vogel@rgzh.ch

Neuer Zugang zur Wortschatzarbeit im gymnasialen Sprachunterricht: Es wird sukzessive eine Online-Plattform aufgebaut, auf welcher der Wortschatz, ausgehend von Basiswörtern, durch Ableitung und Komposition als konstellatives System dargestellt ist.

Produkt

Wenn das Produkt vorliegt, wird es hier publiziert.

 

Beschreibung

Projektvorstellung (1')

Beschreibung

Das Projekt Asterisk* ist ein interaktiver Syllabus, der einen neuen Zugang zur Wortschatzarbeit im gymnasialen Sprachunterricht ermöglicht. Unter aktivem Einbezug der Schülerinnen und Schüler wird sukzessive eine Online-Plattform aufgebaut, auf welcher der Wortschatz, ausgehend von Basiswörtern, durch Ableitung und Komposition als konstellatives System dargestellt ist. 
Vom lateinischen Wortschatz her werden dabei systematisch auch die modernen Sprachen miteinbezogen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Kategorisierung der Wortbildungsmechanismen und Lautgesetze. Die Schülerinnen und Schüler erkennen dadurch die grundlegenden Gesetzmässigkeiten innerhalb des Wortschatzes verschiedener Sprachen – auch des Deutschen. Der natürliche neuronale Prozess der Verknüpfung von neuen mit bereits bekannten Wörtern wird so systematisch nachvollzogen und reflektiert: Der Wortschatzerwerb wandelt sich damit vom blossen Auswendiglernen zum erkennenden Durchdringen der Sprachwelt.


 

Didaktisch-methodisches Konzept

Dass die Verwandtschaften der Wörter von Schülerinnen und Schülern selber aktiv erarbeitet werden, erlaubt das Anpeilen verschiedener didaktischer und pädagogischer Ziele: Sie konstruieren ihr Wissen im Wortsinn selbst, wodurch sichergestellt wird, dass sie zu nachhaltigen Erkenntnissen gelangen. Es darf, nach der Selbstbestimmungstheorie von Deci und Ryan, nicht nur mit einer hohen Motivation, sondern auch mit einem nachhaltigen Lerneffekt gerechnet werden, da sie weitgehend autonom arbeiten, in soziale Formen eingebunden sind und ihre eigene Kompetenz erfahren.

Dabei wird ihr Lernen sichtbar, und die Lehrperson gewinnt einen kontinuierlichen Einblick in die Wissensentwicklung ihrer Klasse, während die Schülerinnen und Schüler ihrerseits die Möglichkeit erhalten, ihr eigenes Lernen zu reflektieren und zu steuern. Das digitale Medium wird vom Konsumgut zum interaktiven Arbeitsinstrument.

Durch die konsequente Vernetzung von Asterisk* mit weiteren Sprachen und den Sternbildern anderer Klassen wird die Integration von Latein in ein Sprachuniversum und die Zugehörigkeit der Klasse zu einer grösseren Lerngemeinschaft erfahren.

Wirkung

Asterisk* lässt sich im alt- und neusprachlichen Unterricht gewinnbringend einsetzen.

Dies gilt besonders für die Arbeit am Wortschatz. Wörter mitsamt ihrer je eigenen «Geschichte» zu begreifen (anstatt sie als isolierte Vokabeleinheiten zu betrachten) und wichtige Gesetzmässigkeiten im Sprachwandel zu erforschen, motiviert beim Lernen und erleichtert das Behalten. Hinweise zur Etymologie sowie Querverweise zu anderen Sprachen, die Teil des Curriculum sind, werden von den Schülerinnen und Schülern selber erarbeitet.

Das Arbeiten mit Asterisk* hilft so den Schülerinnen und Schülern einerseits dabei, die grundlegende Systematik von Sprache zu erfassen, andererseits aber auch, Sprachen als lebendige, sich wandelnde Systeme – und sozial geprägte Phänomene – zu verstehen, die man mitgestalten kann. Die Schülerinnen und Schüler werden dadurch zu einem bewussten und kreativen Umgang mit Sprache(n) angeleitet. Zudem werden sie dazu angehalten, auch die Wortbildungsmechanismen des Deutschen zu reflektieren: deutschsprachige Lernende entdecken so ihre Muttersprache neu («das Eigene muss so gut gelernt sein wie das Fremde», Friedrich Hölderlin), während fremdsprachige Lernende sich die deutsche Sprache auf eine neue Weise aneignen.

 

SAMR-Modell

Erläuterung zum SAMR-Modell.

(folgt)

 

Und sonst?

Grundsätzlich ist es auf allen Klassenstufen des Gymnasiums denkbar, mit den Schülerinnen und Schülern am Projekt Asterisk* zu arbeiten, wobei der Fokus eher auf den Klassenstufen eins bis drei liegen sollte. In diesen ersten Jahren findet in allen Fremdsprachen in den Phasen des Spracherwerbs der grösste Teil der Wortschatzarbeit statt.

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