Projektleitung: Adriana Mikolaskova und Raphael Kost
Institution: MNG Rämibühl
Kontakt: adriana.mikolaskova@mng.ch

Ziel dieses Projekts ist die Konzeption und der Aufbau einer fachübergreifenden virtuellen Roboterwerkstatt.

Beschreibung

Wie kann sich ausgehend von einem technischen Interesse ein kreatives, poetisches, gestaltendes entwickeln - und umgekehrt: Wie können Schüler/innen über künstlerische und philosophische Fragestellungen  für die Auseinandersetzung mit der Programmierung und Technik begeistert werden? Die praktische Auseinandersetzung mit  Robotik, mit autonomen Maschinen, mit Maschinen, die mit Menschen oder mit ihresgleichen interagieren, führt die Schüler/innen an wichtige Fragen der Entwicklungen in der programmierten Umwelt heran, weckt die Neugier und Skepsis. Die Auseinandersetzung mit dem Bau von eigenen Robotern trägt zum Verständnis abstrakt kodierter, regelgeleiteter Prozesse und ihrer Auswirkung auf die physikalische Umwelt bei und somit auch zur entsprechenden Kritikfähigkeit. 

Das Zusammenspiel der Möglichkeiten einer Maschine mit dem Verhalten von Menschen  bietet Ansatzpunkte nicht nur für Informatik, Physik (Programmierung, Elektronik, Mechanik)  und Bildnerisches Gestalten (Design), sondern auch für geisteswissenschaftliche Fächer (Deutsch, Philosophie, Psychologie) und insbesondere auch die darstellenden Künste (Theater). Eine Roboterwerkstatt im erweiterten Sinn bietet die Chance, MINT-Fächer mit der reflexiven Tradition der Geisteswissenschaften und der kreativen Potential der musischen Fächer zu verbinden.

Die verschiedenen Akteure dieses Arbeitsbereiches sind  in Fachbereiche zersplittert und sollen entweder durch ihre tatsächliche Präsenz oder zumindest in einer virtuellen Roboterwerkstatt zusammengeführt und nebeneinander sichtbar werden. Sowohl die fachspezifischen Blicke als auch deren Unterschiede sollen für die Schüler/innen sichtbar bleiben.

In der virtuellen Roboterwerkstatt werden sowohl programmiertechnische als auch Lernmaterialien aus dem Bereich der Elektrotechnik, philosophische Fragestellungen und künstlerisch-gestalterische Anregungen aufbewahrt.

Mehrere Unterrichtsprojekte und Gefässe werden im Hinblick auf eine fachübergreifende Roboterwerkstatt, in der künstliche Wesen entwickelt und befragt werden, hin konzipiert, durchgeführt und dokumentiert.  Ein geeignetes Gefäss (Website, Cloud etc.) wird evaluiert und eingerichtet.

 

Didaktisch-methodisches Konzept

Ausgehend von beispielhaften Aufgabenstellungen technischer oder performativer Art machen die Schülerinnen erste Erfahrungen mit der Thematik, der Technik und gestalterischen Fragestellungen. Sie erarbeiten sich mit Hilfe der Lehrpersonen das notwendige Programmier-Know-How und entwickeln ihre Roboter  in der Diskussion mit ihren Kolleginnen und Kollegen und den Lehrpersonen weiter. Insbesondere der spielerische Zugang, das gemeinsame Ausloten und Beobachten der Verhaltensweisen, spielt eine grosse Rolle. Das Unterrichsmodul folgt weitgehend den Prinzipien der agilen Didaktik. Konzepte, Hintergrundwissen und Fragestellungen werden von den Lehrpersonen gemäss den Interessen der Schüler/innen eingebracht.

Wirkung

Die Verbindung von empathischen Momenten und algorithmischem Denken schafft eine wichtige Grundlage für das Verständnis von sogenannt künstlichen Wesen. Trotz einfachster Technik vermag eine gewisse Autonomie und Bewegung den Eindruck der Lebendigkeit und charakteristische Verhaltensweisen zu erzeugen. Die Wechselwirkung zwischen diesen beiden Sphären schafft ein vertieftes Verständnis für Mechanismen, die auch auf technisch weit komplexerer Ebene ablaufen.

 

SAMR-Modell

Erläuterung zum SAMR-Modell.

Im SAMR-Modell kann dieses Projekt dem Bereich "Modification" zugeordnet werden, weil die Technik (konkret: das Programmieren) aktiv genutzt wird, um eine Neugestaltung von Aufgaben zu erzeugen, welche vorher so nicht möglich waren. In dem die oft funktional konnotierte Robotik in der Zusammenarbeit mit anderen Fachbereichen neu definiert wird, deckt das Projekt auch im Bereich der «Redefinition» einige Felder ab.

 
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