Projektleitung: Fabian Probst (Deutsch) und Oliver Schlumpf (Deutsch, Philosophie)
Institution: Kantonsschule Zürich Nord
Kontakt: fabian.probst@kzn.ch

Ziel unseres Projektes ist es, eine Webseite bereitzustellen, welche für alle interessierten Zürcher Mittelschullehrpersonen und Schüler(innen) eine systematische Einführung in die Sprache des Filmes bietet. Medienkompetenz, welche u.a. den reflektierten und autonomen Umgang mit audiovisuellen Inhalten beinhaltet, steht damit im Zentrum dieses Projekts.

Beschreibung

Keine Generation wurde mit mehr audiovisuellen Inhalten konfrontiert als die heutige: Kinofilme, Serien, Dokumentarfilme, youtube-Filme, Smartphone-Formate usw. Auch in der Schule wird eine Fülle von audiovisuellem Material genutzt, in der Regel als Vehikel, um Unterrichtsinhalte zu veranschaulichen oder zu transportieren. Der Kompetenzbereich Filmanalyse ist ebenso ein unbestrittener Bestandteil von Deutschlehrplänen und Lehrmitteln. Er beinhaltet Aspekte der Filmgestaltung, der Sprache und Ästhetik des Films, der Filmtheorie und der Filmgeschichte. Dennoch ist in vielen Klassen Film kein eigentliches Unterrichtsthema, da sich Lehrpersonen nicht kompetent genug fühlen, es zu unterrichten. Wer in einer audiovisuell geprägten Welt medienkompetent sein will, muss auch filmkompetent sein. Angezeigt ist darum ein schulischer Umgang mit Film, bei dem „Kritik und Genuss, Analyse und Imagination keine Gegensätze, sondern Einheiten bilden“ (Maiwald 2005, S. 49).

Ziel unseres Projektes ist es, eine Webseite bereitzustellen, welche für alle interessierten Zürcher Mittelschullehrpersonen eine systematische Einführung in die Sprache des Filmes bietet. Medienkompetenz, welche u.a. den reflektierten und autonomen Umgang mit audiovisuellen Inhalten beinhaltet, steht damit im Zentrum dieses Projekts. Das digitale Lernangebot folgt dem Grundsatz: Die Auseinandersetzung mit Film wird dann anschaulich, attraktiv und selbstgesteuert, wenn die Schüler(innen) über die filmsprachlichen Informationen und dazu passenden Filmbeispiele autonom verfügen können. Die Website zur Filmsprache enthält darum neben Filmausschnitten konkrete Aufgabenstellungen (inkl. Lösungen) zur visuellen, akustischen und dramaturgischen Gestaltung und Wirkung von Filmen. Die Website ermöglicht Lernprozesse, die mit herkömmlicheren Methoden so nicht realisiert werden können. Gleichzeitig gibt es denjenigen Lehrpersonen ein „sicheres“ Lernarrangement zur Hand, welche sich in der Behandlung des Films als Unterrichtsgegenstand noch unsicher fühlen.

 

Unser Projekt stellt eine Webseite dar, die von Schüler(innen), aber auch Lehrpersonen genutzt wird, um sich mit der Filmsprache vertraut zu machen. Sie arbeiten selbstorganisiert und im individuellen Tempo. Die Aufträge sollen intellektuell anspruchsvoll und filmanalytisch relevant sein, sie lassen sich jedoch ohne Vorwissen durcharbeiten.

Der systematische Aufbau folgt den einzelnen filmischen Parametern, wie sie in verschiedenen filmwissenschaftlichen Einführungen zu finden sind: Bild, Ton, Schnitt, Dramaturgie, Gattungen (bspw. Spielfilm/Dokumentarfilm); Unterkapitel zu diesen Abschnitten sind Einstellungsgrössen, Perspektive, Bildkomposition, Licht, Farbe, Kamerabewegung und viele mehr. Denkbar sind auch interdisziplinäre Kapitel wie «Film und Literatur», „Geschichte des Films und seiner Technik“.

Die einzelnen Kapitel bestehen einerseits aus kurzen Theorietexten, welche in das notwendige Fachvokabular und filmtheoretische Zusammenhänge einführen. Andererseits finden die Schüler(innen) Übungen mit Beobachtungsaufgaben zu exemplarischen Filmausschnitten. Jedes Kapitel endet mit Lösungsvorschlägen und weiterführenden Diskussionsfragen, die im Unterricht aufgegriffen und vertieft werden können.


 

Didaktisch-methodisches Konzept

In einem ersten Schritt wird die Grundstruktur der Webseite erarbeitet; diese orientiert sich an den oben beschriebenen filmischen Parametern. Dazu werden Aufträge formuliert und die Auswahl der exemplarischen Filmausschnitte getroffen, Lösungsvorschläge und Diskussionsanregungen ausgearbeitet. Ein umfassender didaktischer Kommentar mit weiteren Beispielen und Klausurvorschlägen rundet die Arbeit ab. Erste Erfahrungen mit einer selbst erstellten Website zur Filmsprache zeigen, dass das Interesse von Seiten der Schülerinnen und Schüler sehr gross ist und das selbstorientierte Verfahren, welches die Website ermöglicht, ausgezeichnet funktioniert.

Wirkung

Wir sehen den Nutzen einer solchen Webseite auf verschiedenen Ebenen:

- Die gesellschaftliche und kulturelle Bedeutung des Mediums Film ist unbestritten. Filme (in unterschiedlichen Formaten) haben zudem für Jugendliche eine grosse Relevanz.

- Im Zentrum steht die Förderung der Medienkompetenz. Filme – und allgemein audiovisuelle Inhalte – «sprechen» eine Sprache, die gelernt werden kann und soll. Wer seine Film-Lesekompetenz erhöht, wird grundsätzlich kompetenter im autonomen produktiven oder rezeptiven Umgang mit Film.

- Die Aufgabenstellungen zur visuellen, akustischen und dramaturgischen Gestaltung von Filmen machen sowohl die Medialität des Films als auch die intendierte Wirkung audiovisueller Produkte erkennbar.

Das Angebot richtet sich primär an Schüler(innen). Lehrerinnen und Lehrer erhalten jedoch ebenfalls ein Instrument, um sich mit den Grundlagen der Filmsprache vertraut und kompetent zu machen.

- Eine Webseite eignet sich, da sich audiovisuelles Material leicht integrieren und mit schriftlich formulierten Beobachtungs- und Lernaufträgen verbinden lässt.

- Eine Webseite ermöglicht ein selbständiges und individuelles Arbeiten, was beim Lernen der Filmsprache besonders wichtig ist. Wer nicht Filmausschnitte wiederholt und selbstbestimmt sichten kann, kann in der Regel die an einen Film gestellte Untersuchungsfrage nicht befriedigend beantworten. Mit Computer und Internet sind die technischen Voraussetzungen gegeben, dass an Schulen die Auseinandersetzung mit Filmen ohne grossen Aufwand auf ein deutlich besseres und zugleich einfacher handhabbares Niveau gehoben werden kann.

- Die Webseite bietet auch einen filmgeschichtlichen Einblick und macht die kulturelle Vielfalt des Filmes deutlich. Die Schüler(innen) werden aufmerksam auf Filme, die sie nicht kennen und setzen idealerweise zu eigenen Recherchen zum Film an.

 

SAMR-Modell

Erläuterung zum SAMR-Modell.

Das Projekt bewegt sich im SAMR-Modell im Bereich "Augmentation": Online verfügbares audiovisuelles Material wird mit Fragen und Aufgaben versehen, welches ein orts- und zeitunabhängiges Bearbeiten ermöglicht.

 

Und sonst?

Für die Umsetzung braucht es eine professionelle Webseite, insbesondere einen eigenen Domain-Namen (bspw. www.filmsprache.zh.ch). Eine andere Möglichkeit wäre, die Webseite in eine Plattform (beispielsweise moodle) zu integrieren oder ein wiki zu erstellen, damit Schüler(innen) oder Lehrpersonen das Lernangebot interaktiv ergänzen können. Der Zugang erfolgt über ein Login mit Schul-Mailadressen.

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