Projektleitung: Eugenie Bopp (Deutsch) und Sabina Zimmermann (Deutsch)
Institution: Kantonsschule Zürcher Oberland, Wetzikon
Kontakt: eugenie.bopp@kzo.ch

Ziel des Projekts „Informationsjournalismus und Digitalisierung“ ist, den Schülerinnen und Schülern den Wert professioneller Informationsmedien deutlich zu machen und ihre Medienkompetenz zu fördern durch Aufgabenstellungen, die eine vertiefte Analyse medial vermittelter Nachrichten verlangen.

Projektvorstellung (1')

Beschreibung

Die Digitalisierung hat massive Auswirkungen auf unsere massenmediale Öffentlichkeit. Ein grosser Teil der Konsumenten und Konsumentinnen bezieht Informationen heute nicht mehr über Tageszeitungen oder Nachrichtensendungen, sondern über unterschiedliche Kanäle und Plattformen im Internet. Vor allem junge Menschen entscheiden sich für die attraktiven Angebote der Sozialen Medien, die neben Chancen auch Gefahren mit sich bringen. Ein grosser Teil der dort veröffentlichten „Nachrichten“ wird nicht durch professionelle Medienschaffende produziert, und die im Netz herrschende Aufmerksamkeitsökonomie führt zu Simplifikation, starker Personalisierung und Emotionalisierung der Informationen.

Die Zahl der „News-Deprivierten“ nimmt rasant zu. Darunter versteht man solche Mediennutzer- und -nutzerinnen, die nur noch Nachrichten von meist minderer journalistischer Qualität über soziale Plattformen konsumieren und auch dies nur sporadisch. In der Schweiz bildete diese Gruppe im Jahr 2019 die Mehrheit. Bei den jungen Menschen gehören sogar 56% dazu (Qualität der Medien. Schweiz. Jahrbuch 2019, S.10). Im Hinblick auf den Erhalt einer funktionierenden Demokratie ist diese Entwicklung äusserst bedenklich. Da die Massenmedien die Funktion der Meinungsbildung im demokratischen Prozess einnehmen, braucht es für politische Entscheidungsprozesse eine vertiefte Medienkompetenz.

Ziel des Projekts „Informationsjournalismus und Digitalisierung“ ist es deshalb, den Schülerinnen und Schülern den Wert professioneller Informationsmedien deutlich zu machen und ihre Medienkompetenz zu fördern durch Aufgabenstellungen, die eine vertiefte Analyse medial vermittelter Nachrichten verlangen.

Die Unterrichtseinheit kann in den beiden letzten Schuljahren der gymnasialen Oberstufe vorrangig in den Fächern Deutsch, Geschichte, evtl. Geografie, in Klassenstunden oder im neuen Fach Informatik durchgeführt werden. Mindestens 15 Lektionen sollten für die Unterrichtseinheit angesetzt werden, bei einer Durchführung von Modul 4 erhöht sich die Anzahl der Lektionen entsprechend. 

 

Didaktisch-methodisches Konzept

Die Unterrichtsreihe „Informationsjournalismus und Digitalisierung“ umfasst mehrere Module, die je nach Möglichkeit eingesetzt werden können. Während im ersten Teil der Unterrichtsreihe (Module 1-3) unterschiedliche Lern- und Arbeitsformen vom Lehrervortrag bis hin zu anwendungsorientierten Aufgaben eingesetzt werden, ist die „Vertiefung Medienanalyse“ (Modul 4) als längere selbstständige Gruppenarbeit geplant.

Die Module der Unterrichtsreihe im Überblick:

  1. Nachrichtenjournalismus – Einführung
  1. Digitalisierung der Medien: Überblick
  2. Medienanalyse zu einer aktuellen Mediendebatte (=ein inhaltlich und zeitlich eingrenzbares Thema, das von eigentlich allen Medien aufgegriffen wird)
  3. Vertiefung Medienanalyse

Beispiele:

A Die Schülerinnen und Schüler vergleichen zwei Medientools losgelöst von einer konkreten Debattenfrage und erstellen ausgehend von der Analyse der Nachrichten auf den gewählten Medien (z.B. TA online und Google-News) eine Beschreibung dieser Plattformen.

B Der Trend zur Audiovisualisierung hat auch die Printmedien erfasst, auf deren Plattformen sich zunehmend Videos und Podcasts finden. Die Schülerinnen und Schüler untersuchen und analysieren den quantitativen Einsatz dieser neuen Form von Nachrichtenjournalismus durch unterschiedliche Medien.

Wirkung

Im Bildungsbereich liegt der Fokus der Digitalisierung auf der Ausbildung der technischen Medienkompetenz. Inhaltliche Medienkompetenz wird dagegen oft vernachlässigt, ist aber im Hinblick auf die durch die Digitalisierung entstehenden Umbrüche und Veränderungen in unserer Gesellschaft ebenso wichtig.

Die Unterrichtsreihe ermöglicht den Lehrpersonen die Behandlung einer gemäss Rahmenlehrplan für Maturitätsschulen fundamental wichtigen Kompetenz. Sie gibt ihnen Hilfestellungen in einem Bereich, zu dem in den Lehrmitteln häufig nur veraltete und/oder nicht stufengerechte Angebote zur Verfügung stehen. ​​​​​​​

 

SAMR-Modell

Erläuterung zum SAMR-Modell.

Das Projekt setzt die Anwendung/Nutzung der üblichen digitalen Hilfsmittel voraus: Textverarbeitung, Präsentation, Internetrecherche, Lernplattformen und bewegt sich somit im SAMR-Modell im Bereich der Substitution.

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