Projektleitung: Christian Roduner (Kontaktperson; christian.roduner@bbw.ch) und Mirjam Sidler (mirjam.sidler@bbw.ch)
Institution: Berufsbildungsschule Winterthur
Kontakt: christian.roduner@bbw.ch

Wer weg will vom Theoriefokus, Noten, Fachseparierung, fixem Stundenplan und Einzelkämpfertum in der Lehre, findet in diesem Projekt Ideen und Unterstützung.

Projektvorstellung im Video-Call vom 14.07.2021

Beschreibung

An der Berufsmaturitätsschule Winterthur werden möglichst viele Lernplaninhalte in einen fächerübergreifenden Projektunterricht integriert.  Dazu werden bestehende traditionelle Strukturen aufgebrochen und auf den nachhaltigen Lernerfolg ausgerichtet. Theorie wird nicht einfach gebüffelt, sondern konsequent in die Praxis geführt und nicht die Noten sind das Ziel, sondern der Lernprozess. Dabei werden Problemlösungskompetenzen und das vernetzte Denken gezielt gefördert. Im Zentrum stehen die Lernenden. Sie können sich zukünftig mehr auf ihre Stärken konzentrieren und individuell ihr Potenzial ausschöpfen.  Über qualitative Evaluationsformen werden sie in einem digitalen Projektportfolio dokumentiert, welches danach unter anderem auch als Ausweis zum Bewerben zur Verfügung steht.

 

Didaktisch-methodisches Konzept

In möglichst vielen Fächern arbeiten die Lernenden gemeinsam an der Lösung eines Falles oder einer Problemstellung, meist  unter dem Lead einer Fachschaft. Die Fachinhalte dafür werden entweder im Präsenzunterricht vermittelt oder autodidaktisch anhand des «flipped classrooms»-Konzepts gelernt – jeweils direkt auf die Anwendung hin ausgerichtet. Externe Fachleute aus der Praxis werden wo möglich eingeladen – sei es als Inputgeber und/oder Mitbewerter der Schülerarbeiten und -präsentationen. Das kooperative Arbeiten in Gruppen garantiert den Austausch in der Peergruppe und das Lernen durch Lehren. Die Praxisanwendung sowie as reflektive Lernen und Beschreiben der Lernprozesse im Portfolio lenken den Fokus von der Notenleistung auf den Fähigkeitserwerb. Wettbewerb zwischen den Gruppen und/oder Rollenspiele ermöglichen eine gewisse Gamification, die im Alltagsunterricht kaum umsetzbar ist.

Wirkung

Die Menge von Projekten wird sowohl für Lernende wie Lehrende von vielen kleinen auf wenige grosse reduziert. Die Projekte können so attraktiver ausgestaltet werden. Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit wird der Teamgedanke unter den Lehrpersonen gestärkt und das ganzheitliche problemlösungsorientierte Denken bei den Lernenden gefördert.

Mit dem Beizug externer Fachleute öffnet sich die Schule und prüft ihre Arbeiten direkt auf Praxistauglichkeit. Es geht also um mehr als um eine gute Note – das motiviert und stärkt das Selbstwertgefühl, weil es u.a. die Selbstwirksamkeit besonders sichtbar macht.

Der Fokus auf die Praxisanwendung, den Lernprozess und dessen Dokumentation als Ausweis statt auf die Noten bringt die Schule ihrem eigentlichen Sinn des Fähigkeitserwerbs näher und schafft mehr Transparenz für alle.

 

Modell

Anhand des TPACK-Modells lässt sich hier besonders gut zeigen, wie sich inhaltliches, pädagogisches und technisches Wissen gegenseitig beeinflussen: Die Vermittlung (Pedagogical Knowledge) resp. Bearbeitung des Stoffes als Projektmanagement, der Austausch insbesondere mit Fachleuten (Content Knowledge) und Belegen der Prozessschritte in einem ein Portfolio (Technology Knowledge).

 
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